21. Juli 2020

Die Sozialpfarrer i.R., Wolfgang Belitz, Jürgen Klute, Dr. Hans-Udo Schneider und der Sozialwissenschaftler i.R. Walter Wendt-Kleinberg haben als sozialethisches Autorenkollektiv KDA 123 den Begriff „Dienstgemeinschaft“ wieder zum Thema gemacht.

Mit ihrer Eingabe vom 15. Mai 2020 – „Verhängnisvolle Dienstgemeinschaft“ – an die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen, fordern sie eindringlich und nachdrücklich die Streichung des Begriffs „Dienstgemeinschaft“ aus allen kirchlichen Regelungen.

Das Thema ist nicht neu; schon 2007 hat u.a. auch die agmav Westfalen den Begriff Dienstgemeinschaft thematisiert. Der Sozialwissenschaftler Hermann Lührs hatte damals unter dem Titel, „Kirchliche Dienstgemeinschaft, Genese und Gehalt eines umstrittenen Begriffs“ seine Untersuchung veröffentlicht.

Demnach hat der Begriff Dienstgemeinschaft keine eigenständige kirchliche Tradition. Vor 1933 wurde der Begriff nicht verwendet. Erst durch die nationalsozialistische Weltanschauung wurde der Begriff 1934 in staatliche Gesetze aufgenommen, in erster Linie um den Einfluss von Gewerkschaften und Betriebsräten zu beschränken bzw. abzuschaffen. 1936 wurde der Begriff inklusive aller damit einhergehenden Regelungen und Haltungen, von den Kirchen übernommen.

Die Gesetze zur Arbeitsordnung der Nationalsozialisten und damit auch der Begriff der „Dienstgemeinschaft“ wurden 1946 im staatlichen Bereich beseitigt. 1949 hat die katholische und 1951 die evangelische Kirche entschieden, an diesem Begriff festzuhalten, und das bis heute. Mit dem Begriff versuchen sie unter anderem die Arbeitsrechtsetzung im „Dritten Weg“ zu erhalten und damit kirchlichen Mitarbeitenden Grundrechte vorzuenthalten. Mitarbeitervertreter und Mitarbeitervertreterinnen die Tarifverträge und Streikrecht fordern, werden von der Beteiligung an den Arbeitsrechtlichen Kommissionen ausgeschlossen. Das muss ein Ende haben!

Nicht erst 2012 hat der Bonner Ethiker Hartmut Kreß festgestellt, dass seine Kirche besser beraten wäre, wenn sie den christlichen Charakter der Diakonie nicht über den Ausschluss von Grundrechten definieren würde.

Der Gesamtausschuss agmav Westfalen-Lippe begrüßt die Initiative der Herren Belitz, Klute, Schneider und Wendt-Kleinberg, hält ihre Forderung für berechtigt und damit für unterstützenswert.

Die Eingabe an die Kirchenleitung findet Ihr unter:

Sozialethisches Autorenkollektiv KDA 123 – Belitz/Klute/Dr. Schneider/Wendt-Kleinberg: Verhängnisvolle Dienstgemeinschaft

Eine Kommentierung zur Eingabe findet Ihr unter:

https://weltanschauungsrecht.de/meldung/Eingabe-Kirche-Trennung-Begriff-Dienstgemeinschaft

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21. Juli 2020

Die Tarifinitiative der Gewerkschaft ver.di hat bewirkt, dass alle Mitarbeitenden in der Altenpflege, die zwischen dem 01. März und dem 31. Oktober 2020 mindestens drei Monate tätig waren, eine steuer- und sozialabgabenfreie Prämie erhalten. Diese einmalige Prämie dient der Anerkennung und Wertschätzung für die Zeit der besonderen Belastungen durch die Corona-Pandemie.

Diese Art der Anerkennung der geleisteten Tätigkeit in Zeiten besonderer Herausforderungen begrüßt die agmav Westfalen-Lippe ausdrücklich.

Da die auf Grund der Corona-Pandemie besonderen Belastungen und Herausforderungen auch von Mitarbeitenden in Krankenhäusern und Einrichtungen der Jugend- und Eingliederungshilfe gemeistert wurden, kritisiert  die agmav Westfalen-Lippe zugleich die Begrenzung dieser Prämie auf den Bereich der Altenhilfe.

Unabhängig von dieser einmaligen Anerkennung, muss die erneute Feststellung der Arbeitswirklichkeit in diesen Bereichen, im Ergebnis zu einer seit langem geforderten Aufwertung der sozialen Arbeit in allen Hilfefeldern führen. Eine spürbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Lohnentwicklung, insbesondere im Bereich der Alten- und Krankenpflege, ist zur Sicherung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeitenden unerlässlich.

Rechtliche Grundlagen und weitere hilfreiche Informationen zur Prämie findet ihr unter:

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26. Juni 2020

Anfang des Monats tagte die agmav Westfalen- Lippe in Lippe. Unter Einhaltung der Abstands- und Hygienereglungen war es uns möglich seit März das erste Mal wieder „normal“ zu tagen.

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